Trekking bei schönem Wetter ist total toll! Aber das Wetter kann man sich nicht immer aussuchen. Vor allem, wenn man eine Tour über mehrere Tage plant, kann schon mal ein unvorhergesehenes Unwetter aufkommen. Dann ist es soweit: Trekking bei Gewitter – aber was sollte ich beachten? Diese Frage ist von so enormer Wichtigkeit, dass du unbedingt die Antwort erfahren musst, denn es könnte sonst um Leben oder Tod gehen!

Also, Trekking bei Gewitter – was sollte ich beachten? Ruhe bewahren! Wenn möglich, Hütte ansteuern. Im Freien mit geschlossenen Füßen auf einer isolierten, trockenen Unterlage kauern. Zu Metallgegenständen und Wänden ca. 3m Abstand halten. In Höhlen gilt: Zu Decke und Eingang 1m Abstand, Wände 2m.

Die Antwort beinhaltet nur die Grundregeln, die du beim Trekking bei Gewitter immer beachten solltest! Dieses Thema ist aber echt so wichtig, dass ich das Ganze ein bisschen ausführlicher behandeln will. Gleich findest du die besten Infos zur Vorsorge vor einem Gewitter, außerdem habe ich für dich nützliche Hinweise, wenn du mittendrin im Unwetter steckst. Und eines sei vorhergesagt: Erste-Hilfe leisten zu können ist als Wanderer ein MUSS!

Tipp: Kann ein Blitz zweimal an der gleichen Stelle einschlagen? Darf man ein Blitzschlagopfer berühren? Dieses Thema ist so sehr interessant und wichtig für jeden Trekkingliebhaber! Deshalb folgen diese und noch weitere Fragen zum Thema Gewitter ganz unten!

Trekking bei Gewitter: hier die wichtigsten Infos zur Vorsorge

Besteht wirklich so eine krasse Gefahr bei Gewitter? Leider ja! Gerade in den Bergen ist Gewitter eine große Gefahr für Wanderer. Die Wandersaison ist in den Bergen gleich der Gewittersaison. 

Außerdem befindet sich ein Wanderer ja im Freien und oft ist man vom nächsten sicheren Unterschlupf, wie einer Berghütte Kilometer weit entfernt.

Die Wahrscheinlichkeit von einem Blitz getroffen werden liegt übrigens bei eins zu drei Millionen, also kein Grund zur totalen Panik! Aber Vorsicht ist natürlich geboten. Aber später mehr zu dieser Frage.

Fakt ist: wenn du weißt, wie du dich bei einem Gewitter verhalten musst, sinkt das Risiko, von einem Blitz getroffen zu werden erheblich!

Wetterbericht beachten

Sehr simpel und ganz wichtig, schau einfach in den Wetterbericht. Die meisten Gewitter können heutzutage vorhergesagt werden. Tipp: Hier der Link zum Deutschen Wetterdienst https://www.dwd.de/DE/Home/home_node.html

Am allerbesten ist es natürlich, ein Gewitter einfach zu meiden! 

Sollte der Wetterbericht also ein Gewitter vorhersagen, bleibe lieber du gleich auf der Hütte und entspann dich mal – das kann ja auch schön sein. 

Und wenn du eine schöne Aussicht hast, kannst du das Gewitter vielleicht sogar in Sicherheit beobachten. Gerade in den Bergen ein tolles Naturschauspiel.

Willst du trotz Gewitterwarnung los ziehen, solltest du dich genau informieren, zu welchem Zeitpunkt das Unwetter vorhergesagt wurde. Plane dann deine Tour so, dass du rechtzeitig vor dem Gewitter wieder auf der Hütte bist!

Plane an diesem Tag keine lange Tour und verzichte auf Ziele wie Gipfel, Grate oder Hochebenen. 

Vergess nicht, der Wetterbericht stimmt nicht immer zu 100 Prozent! Gewitter ziehen oft früher auf, als sie vorhergesagt wurden!

Alarmzeichen kennen und beachten

Wenn du wirklich los ziehen willst, obwohl ein Gewitter gemeldet ist, solltest du die alarmzeichen kennen, die ein Gewitter ankündigen. Die Natur ist unberechenbar!

Turmartig und ambossförmig aufgebaute Wolken sowie böig und auffrischender Wind sind ebenso typische Alarmzeichen für ein bevorstehendes Gewitter, wie elektrische Ladungen in der Luft!

Spätestens bei diesen eindeutigen Alarmzeichen, solltest du anfangen, sofort Schutz zu suchen!

Drei Grundregeln, die du wissen musst:

Der Gefahrenbereich der Blitze ist größer als man denkt! Obwohl es weit weg rumpelt und die Blitze weit entfernt scheinen kannst du dich bereits im Gefahrenbereich befinden! 

Die Blitze können nämlich erstens in einem sehr großen räumlichen Umfeld von einem Gewitter auftreten. Zweitens treten sie sehr oft vor und auch nach einem Gewitter auf. Bitte beachte deshalb unbedingt:

Die 30-Sekunden Regel:

Du befindest dich in der Gefahrenzone, wenn der Abstand zwischen Blitz und Donner weniger als 30 Sekunden ist.

Die 10-Sekunden Regel: 

Das Zentrum des Gewitters befindet sich 3 km von dir entfernt, wenn zwischen Blitz und Donner nur noch 10 Sekunden Abstand sind!

Die 30-Minuten Regel: 

Nach dem letzten Blitz und Donner müssen 30 Minuten vergangen sein, erst dann bist du wieder sicher!

Unterwegs-beim-Trekking-und-Gewitter-in-Sicht

Unterwegs beim Trekking – und Gewitter in Sicht

Spätestens, wenn die 10-Sekunden Regel ein trifft, musst du dich in Sicherheit bringen – besser solltest du jetzt schon in Sicherheit sein!

Bitte bewahre unbedingt Ruhe! Ganz oft passieren Unfälle vor einem Gewitter. Gerade in den Bergen auf unbefestigten Wegen kann das vor lauter Hektik und Panik ganz schnell passieren! 

Stolpern oder ausrutschen können Verletzungen nach sich ziehen, so hast du vielleicht am Ende nicht mehr genug Zeit, dich in Sicherheit zu bringen und bist dem Gewitter im Freien ausgesetzt. Also bewahre immer die Ruhe und ziehe nicht übereilt los. 

Wo ist es sicher?

  • in Häusern oder Hütten mit geschlossenen Fenstern und Türen
  • im geschlossenen Auto
  • in großen Höhlen und Mulden (Abstand zur Decke mindestens 1 m, Abstand zum Eingang mindestens 1 m, Abstand zur Wand mindestens 2 m)
  • bei einer steilen Felswand (Abstand zur Wand mindestens 1 m)
  • im Wald ist man etwas sicherer, als auf einer freien Fläche (nur, wenn es keine der oben genannten Möglichkeiten als Schutz gibt)

Wo ist es NICHT sicher?

  • niemals unter einzelne Bäume stellen!
  • Grate und Gipfel meiden!
  • die Nähe von Stromleitungen meiden!
  • Seilbahnen meiden!
  • Skilifte meiden!
  • die Nähe von Drahtseilen meiden!
  • Nicht ins Zelt setzen!
  • offene Unterstände meiden!
  • kleine Nischen und Überhänge meiden!
  • nicht bei Flüssen und Bächen, Seen oder anderen Gewässern aufhalten!

Diese Hinweise musst du beachten

Sichere Körperhaltung einnehmen

Bist du in einem Haus oder im Auto, bist du eigentlich sicher. Wenn du dich aber im Freien befindest, zum Beispiel auf einer Almwiese oder auf der Hochebene, dann beachte Folgendes:

Ganz wichtig: lege dich nicht auf den Boden! Spreize die Beine nicht! Du darfst den Boden nur mit der kleinstmöglichen Fläche berühren!

Setze dich deshalb auf eine trockene, isolierte Unterlage zum Beispiel auf deinen Rucksack oder auf deinen Schlafsack. 

Dabei musst du eine Kauerstellung einnehmen: am besten mit komplett geschlossenen Füßen in die Hocke gehen. Wenn du es schaffst, dann gehe soweit nach unten, dass der Po die Unterschenkel berührt.

Mehrere Wanderer dürfen sich nicht direkt nebeneinander setzen. Achtete also darauf, dass ihr mehrere Meter Abstand zum Nebenmann habt!

Metallobjekte:

Smartphones, Navigationsgeräte und sonstige Metallgegenstände bitte in deinem Trekkingrucksack verstauen!

Auf keinen Fall darfst du irgendwelche Metallobjekte in der Hand halten. Wenn wirklich ein Blitz bei dir einschlagen sollte, besteht durch Verbrennungen eine noch größere Verletzungsgefahr!

Andere Metallobjekte, wie dein Fahrrad oder einen Eispickel, der Schirm oder dein Wanderstock, die nicht in den Rucksack passen, bitte in einiger Entfernung abstellen.

Trekking bei Gewitter – Was wenn jemand vom Blitz getroffen wurde?

Auf jeden Fall sollte jeder Wanderer einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben. Am Besten du informierst dich zur Auffrischung vor deiner Trekkingtour noch einmal ganz genau. Beim Trekking ist es seeehr wichtig, Erste-Hilfe leisten zu können – nicht nur Blitzschlag!

Nach einem Blitzschlag sind die häufigsten Todesursachen Atem- und Herzstillstand. Wenn du also weißt, wie man einen Menschen wiederbeleben kann, kannst du der Lebensretter sein!

Ein Blitzopfer muss immer ins Krankenhaus gebracht werden, auch dann, wenn man keine Verletzungen sehen kann. Stunden nach den Blitzschlag können nämlich immer noch Komplikationen auftreten.

Hier habe ich einen tollen Link von den Johannitern für dich: https://www.johanniter.de/kurse/erste-hilfe-kurse/tipps-zur-ersten-hilfe/erste-hilfe-tipps/

Du kannst auf dieser Homepage die wichtigsten Erste-Hilfe-Tipps lesen. Außerdem findest du hier Angebote über Erste-Hilfe-Kurse in deiner Nähe.

Weitere Fragen

Beim Thema Blitzschlag gibt es einige Gerüchte, die gar nicht stimmen. Diese und weitere Fragen, die ich für euch beantwortet habe, kannst du gleich noch lesen!

Hat euch der Beitrag gefallen? Wenn ja wäre es super, wenn wir einen netten Kommentar von dir bekommen!

Ist es gefährlich, ein Blitzschlagopfer zu berühren? Es ist nicht gefährlich ein Blitzschlagopfer zu berühren. Bei Gewitter ist es in den Bergen oft zu gefährlich, mit dem Hubschrauber zu fliegen, daher ist es sehr wichtig, Erste-Hilfe-Maßnahmen sofort vor Ort beim Opfer einzuleiten.

Kann ein Blitz zweimal in die selbe Stelle einschlagen? Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass ein Blitz mehrere Male an der gleichen Stelle einschlagen kann. Die Ursache sind Seitenäste des Hauptkanals des Blitzes, sogenannte Blitznadeln. Sie leiten einen Teil der elektrischen Ladung zurück in die Wolke. Durch die Wiederaufladung kann es erneut zur Entladung über denselben Kanal führen. 

Schlägt ein Blitz immer in das höchste Objekt ein? Ein Blitz schlägt zwar oft an der höchsten Stelle ein, aber nicht immer. Die Richtung, die ein Blitz nimmt, hängt von der Verteilung der elektrischen Ladung in den Wolken ab. 

Trotzdem spielt die Oberflächenstruktur für die Einschlagstelle des Blitzes eine Rolle. Er trifft auf den letzten hundert Metern bis zur Erde die hohen Punkte öfters. Bereits in einem Bereich von nur 50 Metern neben einem hohen Objekt ist ein anderes Objekt oder ein Mensch vom Blitzschlag bedroht.

Wie viele Leute werden von einem Blitz getroffen? Die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden, ist sehr gering. In Deutschland gibt es jährlich im Durchschnitt (langjähriges Mittel) etwa 3 bis 4 Blitztote. Zwei Drittel aller vom Blitz Getroffenen Menschen überleben. 

Warum ist man in einem Auto sicher vor Blitzeinschlag? Ein Auto ist ein faradayscher Käfig (benannt nach Michael Faraday, britischer Physiker und Chemiker). An der geschlossenen Karosserie des Autos kann sich die elektrische Ladung des Blitzes an der Außenseite eines geladenen Leiters konzentrieren. Das Innere des Autos bleibt von den elektrischen Spannungen frei, weil der Strom an allen Seiten dieses faradayschen Käfigs herum fließt. 

Mehr zum Faradaykäfig findest du hier https://de.wikipedia.org/wiki/Faradayscher_K%C3%A4fig

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